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02.11.2020

Einschleppung der gefährlichen Vogelgrippe droht

Veterinäramt des Landkreises Ludwigslust-Parchim: Anordnung der Aufstallung von Geflügel in gefährdeten Gebieten zu erwarten

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Nach Einschätzung des Veterinäramtes droht Stallpflicht für Geflügel in gefährtdeten Gebieten. © Pixabay

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim erwartet eine Einschleppung der gefährlichen Vogelgrippe. Eine Anordnung der Aufstallung von Geflügel in gefährdeten Gebieten sei zu erwarten, teilt der Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landkreises heute (02.11.2020) mit.

 

In seiner Risikobewertung Anfang Oktober hatte das Friedrich-Loeffler-Institut bereits erste Hinweise darauf gegeben, dass hochansteckende Geflügelpestviren des Subtyps H5 mit dem Vogelzug nach Europa gelangen könnten, weil dortige Ausbruchsgeschehen in der Vergangenheit häufig zeitlich und räumlich mit dem Herbstzug von migrierenden Wasservögeln zusammenfielen. Das Virus hatte zuvor in Russland und Kasachstan seit Ende Juli sowie in Israel und in den Niederlanden Mitte und Ende Oktober 2020 Ausbrüche bei Geflügel und Wildvögeln hervorgerufen.

 

Durch das Auftreten des gefährlichen H5N5-Virus im Landkreis Vorpommern-Rügen bei einem tot aufgefundenen Mäusebussard am vergangenen Wochenende hat sich die Bedrohung durch die Vogelgrippe auch in Mecklenburg massiv verschärft. Zeitgleich wurde in Hamburg eine Wildente auf Virus vom Subtyp H5N8 getestet. Auch in den Landkreisen Dithmarschen und Nordfriesland erfolgten heute Feststellungen von Geflügelpest bei Wildvögeln.

 

Nachdem die Geflügelhaltung im Freiland über längere Zeit problemlos möglich war, muss das Federvieh in durch Wildvögel besonders gefährdeten Bereichen wieder im Stall oder in nach oben dichten Volieren gehalten werden. Die Gefahr, dass die Aufstallung auch im Landkreis Ludwigslust-Parchim wieder angeordnet werden muss, ist seit dem Wochenende erheblich gestiegen.

 

Alle Geflügelhalter sind aufgerufen, erhöhte Wachsamkeit walten lassen. Verdächtige Erkrankungen, Leistungsabfälle und Todesfälle bei Geflügel sind unverzüglich dem zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu melden und die verendeten Tiere zur Untersuchung auf das Geflügelpestvirus einzusenden.

Allgemeine Hygienemaßnahmen in allen, auch kleinen Geflügelhaltungen sind von großer Bedeutung. Hierzu gehört unter anderem, fremde Personen die Ställe nicht betreten zu lassen, heißt es von Seiten des Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung. Tierhalter, die ihr Geflügel im Freien halten sind gesetzlich dazu verpflichtet dafür Sorge zu tragen, dass nur an Stellen gefüttert und getränkt wird, das für Wildvögel nicht zugänglich ist. Auch Oberflächenwasser, zu dem Wildvögel Zugang hatten, darf nicht zum Tränken genutzt werden. Futter und Einstreu müssen vor Wildvögeln geschützt gelagert werden.

 

Es muss alles getan werden, um mögliche Infektionen zu verhindern, so der Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung. Das gilt auch für private Bestände. An dieser Stelle sei noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auch private Geflügelhaltungen sowohl beim Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung als zuständige Veterinärbehörde als auch bei der Tierseuchenkasse von MV angemeldet und registriert sein müssen.