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24.05.2019

Rettungskräfte üben das Zusammenwirken

Busunglück mit vielen Verletzten und Gefahrgut-Unfall in Pinnow: Feuerwehren des Amtes Crivitz, Rettungsdienste, Katastrophenschutz-Einheiten des Landkreises Ludwigslust-Parchim, THW und Polizei proben gemeinsam den Ernstfall

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Mehr als 180 Einsatzkräfte, darunter die Feuerwehren aus dem Amt Crivitz, übten am Freitag in der Gemeinde Pinnow den gemeinsamen Einsatz bei einem Unfall mit zahlreichen Verletzten. © Landkreis Ludwigslust-Parchim

Der Rettungswagen-Besatzung aus Crivitz und den Polizeibeamten, die als erste am Unfallort in Pinnow treffen, bietet sich ein schlimmes Bild: Ein Linienbus ist liegt auf der Seiten, vier Pkw sind in den Unfall verwickelt. Menschen sind in den stark beschädigten Fahrzeugen eingeklemmt, mindestens 25 Verletzten muss jetzt schnell geholfen werden. Und weil ein Unglück selten allein kommt, sieht ein Lkw-Fahrer das Ende des Verkehrsstaus vor der Unglücksstelle zu spät und muss eine Notbremsung machen. Salpetersäure läuft aus, Spezialisten müssen her, um Schlimmeres für Menschen und Umwelt zu verhindern. 

 

So läuft an diesem Freitagnachmittag die Rettungsmaschinerie an. Und die Alarmierten müssen bei der Anfahrt nach Pinnow davon ausgehen, dass es sich um eine ernste Lage handelt: Die überörtliche Übung, bis ins Detail vorbereitet von der Amtswehrführung Crivitz und dem Fachdienst Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Ludwigslust-Parchim, wurde nicht angekündigt. Die freiwilligen Feuerwehren aus dem Amt Crivitz und der Rettungsdienst aus dem gesamten Landkreis rücken im Minutentakt an, das THW ist vor Ort, ebenso sind mit dem Sanitätszug und dem Betreuungszug des DRK Parchim und dem Gefahrgutzug Ost Katastrophenschutz-Einheiten des Landkreises beteiligt.

 

In der Summe sind es mehr als 180 Einsatzkräfte, die das Zusammenspiel üben, in einem Übungsszenario, das so jederzeit Wirklichkeit werden kann. Zeitnahe Überwindung der „Chaosphase“, koordiniertes Vrogehen der Einheiten aus unterschiedlichen Organisationen , Menschenrettung und Zusammenwirken mit Rettungsdienst, Katastrophenschutz, THW, Polizei und Feuerwehr,  Bildung zweckmäßiger Einsatzabschnitte und Aufbau einer geeigneten Führungsorganisation und Fernmeldestruktur – das sind die wesentlichen Ziele dieser Ausbildung, sagt Thomas Schmidt. Der Leiter des Fachdienstes Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises leitet diese Übung.

 

Ähnlich wie im Amt Wittenburg – dort fand im vergangenen Jahr eine vergleichbare Großübung statt – verfolgen auch diesmal zahlreiche eingeladene Gäste das Einsatzgeschehen, darunter Landrat Stefan Sternberg, die Kreiswehrführung, Vertreter der Polizeiinspektion und der Rettungsdientsorganisationen, des Amtes Crivitz und der Landeshauptstadt Schwerin. Noch dichter am Geschehen sind, abgesehen von den Einsatzkräften, die 35 Statistinnen und Statisten, die als Verletzte das Rettungspersonal auf die Probe stellen. Drei, vier Stunden, bis in den Abend hinein wird die Übung laufen, dann erfolgt eine erste Auswertung durch Übungsleiter Thomas Schmidt und das Beobachter-Team. Damit auch in echten Schadenssituationen dieser Art alles gut klappt.