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Datum: 24.06.2022

Mehr als ein Ort des Gedenkens

Einweihung der Gedenkstätte des ehemaligen Lagergeländes des Konzentrationslagers Wöbbelin: In den vergangenen Monaten wurde das Areal umgestaltet

Die Gedenkstätte ehemaliges Lagergelände des Konzentrationslagers Wöbbelin wurde am heutigen Freitag (24.06.2022) offiziell eingeweiht. In den vergangenen Monaten wurde das Areal umgestaltet – der Rundweg ist barrierefrei, die Verkehrssicherungspflicht wurde umgesetzt, die Gedenkstätte direkt an der Landesstraße 072 zwischen Ludwigslust und Wöbbelin ist nun ansprechender und sichtbarer.

Vom Hellen ins Dunkle – so sah es das Konzept vor. Symbolisch wurde der Baum der Hoffnung gewählt – rund 200 Birken wurden gepflanzt. Je näher sich Besucherinnen und Besucher den ehemaligen Baracken nähern, desto mehr wird das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte sichtbar – 2,50 Meter hohe Eckmarkierungen verdeutlichen die Ausmaße der Baracken. Hinzu kommen 3600 japanische Stechpalmen, die gepflanzt wurden; der Rundweg wurde barrierefrei gestaltet – der Ort wurde erlebbar gemacht.

„Wir müssen Taten sprechen lassen und wir dürfen nicht mehr schweigen“, sagte Landrat Stefan Sternberg bei der Einweihung der Gedenkstätte. Die Umgestaltung der Gedenkstätte ehemaliges Lagergelände des KZ Wöbbelin ist eine Herzensangelegenheit, denn die Gedenkstätte an der L072 ist nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch des Lernens. Jährlich besuchen Schülerinnen und Schüler die Gedenkstätte, lernen und setzen sich mit der deutschen Vergangenheit auseinander. „Nur wenn wir weiterhin an den Holocaust erinnern, darüber sprechen, uns damit auseinandersetzen und Gedenkorte wie diesen ehren, dann können wir solche Schreckenstaten verhindern. Das müssen wir. Das ist unsere Pflicht“, so Landrat Sternberg.

Die Umgestaltung des Lagergeländes kostet rund 313.000 Euro. Gut 219.000 Euro kommen aus dem Leader-Fördertopf, die Landeszentrale für politische Bildung unterstützte das Projekt mit 31.656 Euro und der Landkreis Ludwigslust-Parchim gab 62.300 Euro zur Maßnahme hinzu.

Das Konzentrationslager Wöbbelin – Außenlager des KZ Neuengamme – war noch nicht fertiggestellt, als die ersten Häftlinge von den Nationalsozialisten ins KZ gebracht wurden. Mehr als 1000 Menschen aus mehr als 20 Nationen fanden in Wöbbelin ihren Tod. Das KZ Wöbbelin bestand nur knapp zehn Wochen, als Soldaten der 82. US-Luftlandedivision und der 8. US-Infanteriedivision das Außenlager befreiten.