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Das Geoinformations- und Vermessungsgesetz (GeoVermG M-V) verpflichtet Grundstückseigentümer und Erbbau- und Nutzungsberechtigte, Gebäude, die seit dem 12. August 1992 errichtet oder in ihrem Grundriss verändert worden sind, bei einer Vermessungsstelle nach § 5 (2) Nr.3 und 4 GeoVermG M-V die Leistungen zum Nachweis im Liegenschaftskataster selbstständig und unaufgefordert in Auftrag zu geben und hierfür die Kosten zu tragen (§22 GeoVermG M-V). Die Pflicht ist nicht personengebunden, sondern gleicht einer öffentlichen Last, die im Falle der Veräußerung auf den neuen Eigentümer übergeht. Die Gebäudeeinmessung kann bei einem Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur oder der zuständigen unteren Vermessungs- und Geoinformationsbehörde veranlasst werden. Die Pflicht entsteht spätestens, wenn ein Gebäude neu errichtet ist oder ein bestehendes Gebäude in seinen Außenmaßen verändert worden ist. Einmessungspflichtige Gebäude sind grundsätzlich innerhalb von maximal einem Jahr nach Errichtung im Liegenschaftskataster nachzuweisen. Der Prioritätenerlass verpflichtet die Vermessungs- und Geoinformationsbehörden die Einhaltung der Jahresfrist zu überwachen.

Gebäude im Sinne diese Gesetzes sind selbstständig benutzbare überdachte oder überdeckte bauliche Anlagen, die von Menschen betreten werden können und geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen oder dem Betrieb von Sachen zu dienen. Sie müssen von einiger Beständigkeit und Bedeutung, ausreichend standfest und fest mit der Erdoberfläche verbunden sein.

Wenn die Vermessungs- und Geoinformationsbehörde des Landkreises Kenntnis erlangt hat, dass der Gebäudeeigentümer seiner gesetzlichen Pflicht nicht nach kommt, fordert sie den Eigentümer auf, innerhalb einer angemessenen Frist die baulichen Anlagen durch eine Vermessungsstelle nach § 5 (2) Nr.3 und 4 GeoVermG M-V einmessen zu lassen. Die aktuellen Adressen und Telefonnummern  aller im Land Mecklenburg-Vorpommern zugelassenen Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure finden Sie auf der rechten Seite unter „Vermessungsstellen“. Wenn Sie das Fachgebiet Vermessung beauftragen möchten, finden Sie rechts einen Antrag Gebäudeeinmessung als beschreibbares PDF-Dokument. Das ausgefüllte Formular drucken Sie bitte aus und schicken es unterschrieben per Post, Fax oder E-Mail zu. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit der telefonischen oder persönlichen Beratung und vorherigen Erstellung eines Kostenvoranschlages. Wenden Sie sich gerne an die nebenstehenden Ansprechpartner.

Wurde bis zum Ablauf der gesetzten Frist kein Auftrag zur Erfüllung der Gebäudeeinmessungspflicht erteilt, so kann zur Durchsetzung eine Geldbuße bis zu 5.000,- € festgesetzt (§ 37 GeoVermG M-V) und im Wege einer Ersatzvornahme das Erforderliche auf Kosten des Verpflichteten durchgeführt oder die Durchführung veranlasst werden (§ 28 (4) GeoVermG M-V).

Zum Zwecke der Vermessung darf durch Mitarbeiter der Vermessungsstelle das Grundstück nach Anmeldung betreten werden (§ 25 GeoVermG M-V).

Die Kosten für die Einmessung eines Gebäudes werden in der Vermessungskostenverordnung (VermKostVO M-V) festgesetzt. Die Höhe der Kosten sind im Wesentlichen vom Gebäudewert (Herstellungswert) abhängig.


Beispiel für die Berechnung der Gebühr ist ein Einfamilienhaus, dessen Wert nicht höher als 300.000,00€ ist

Tarifstelle Leistungen gem. Vermessungskostenverordnung - VermKostVO M-V

i.d.F. 30.09.2021

Betrag in €
9.3

Bereitstellung von Unterlagen für die Ausführung von Liegenschaftsvermessungen

72,00 € + 19% MwSt

85,68
13.1.1

Gebäudeeinmessung und Einmessung von Nutzungsartengrenzen

860,00 € + 19% MwSt

1023,40

14.4
Fortführung des Liegenschaftskatasters

8% von 860,00 €

68,80

Gesamtsumme

1177,88