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Ausbruch von Geflügelpest droht

Bestätigte Fälle von Geflügelpest im Wildvogelbereich häufen sich

 In seiner letzten Risikoeinschätzung vom 26.10.2021 hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) das Risiko einer Ausbreitung von HPAIV H5 bei Wildvögeln sowie einer Übertragung auf Geflügel und gehaltene Vögel in Deutschland als hocheingestuft. (https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/) Zitat: „Seit Mitte Oktober 2021 gibt es in Deutschland wieder vermehrt Funde von HPAIV-infizierten Wildvögeln in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern sowie erste Einträge bei Geflügel und gehaltenen Vögeln. Das Risiko einer Ausbreitung von HPAIV H5 bei Wildvögeln sowie einer Übertragung auf Geflügel und gehaltene Vögel in Deutschland wird als hoch eingestuft.“

Im Land Mecklenburg-Vorpommern konzentriert sich das Geschehen im Wildvogelbereich zwar gegenwärtig auf die Küstenregion, aber auch weiter im Landesinneren treten Feststellungsmeldungen auf.

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim ist stark landwirtschaftlich geprägt. Reizvolle Futterflächen sind auflaufende Winterkulturen, die von den Vögeln in großen Scharen aufgesucht werden. Auch durch aasfressende Vögel ist eine weitere Verschleppung zu befürchten. Alle Haltungen von Hausgeflügel im Freiland sind durch direkte und indirekte Kontakte mit potenziell infizierten Wildvögeln erheblich gefährdet, denn Kontakte dieser Wildvögel zu Hausgeflügel können nicht ausgeschlossen werden. Dass die Gefahr der Einschleppung der AI-Viren real gegeben ist, zeigte sich vor allem Ende Dezember und jetzt im Januar. Eine kleine Hausgeflügelhaltung mit 14 Tieren war Ende Dezember infiziert. Es handelte sich um eine Freilandhaltung. In dieser Freilandhaltung wurden die Biosicherheitsmaßnahmen nicht eingehalten. Die Zahl der Totfundmeldungen im Wildvogelbereich nahm im Januar erheblich zu, es gibt verschiedenen Fälle verteilt über den Landkreis und der Landeshauptstadt Schwerin. Diese Gebiete haben aber als Infektionsherde eine besondere Bedeutung, das Geschehen muss weiter kritisch beobachtet werden. 

Es zeigt sich, dass im Landkreis Ludwigslust-Parchim und in der Landeshauptstadt Schwerin damit gerechnet werden muss, dass Wildvögel in größerem Umfang infiziert sind und den Erreger verbreiten und ausscheiden. Die Gefahr der Einschleppung von HPAI-Virus in Hausgeflügelbestände des Landkreises Ludwigslust-Parchim ist somit als hoch zu beurteilen.

 Die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen ist für den Schutz der Hausgeflügelbestände vor der Geflügelpest von überragender Bedeutung, heißt es vom Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Ludwigslust-Parchim.

Für Geflügelhalter gilt:

  • Verhindern Sie jeglichen direkten und indirekten Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel.

  • Tränken und füttern Sie nur an Stellen, die für Wildvögel nicht zugänglich sind.

  • Tränken Sie Ihr Geflügel nicht mit Oberflächenwasser, zu dem Wildvögel Zugang haben.

  • Halten Sie eine strikte Trennung von Straßen- und Stallkleidung ein, insbesondere das Schuhwerk betreffend.

  • Gegenstände oder Materialien wie Schubkarren oder Einstreu stellen eine Gefahrenquelle dar. Reinigung und Desinfektionsmaßnahmen oder eine wildvogelsichere Lagerung minimieren die Gefahr.

  • Zäunen Sie Hofteiche weiträumig aus.

  • Lassen Sie erhöhte Tierverluste durch einen Tierarzt abklären oder informieren Sie das Veterinäramt.

  • Beim Veterinäramt sind jegliche Tierbestände von Geflügel, Rind, Schwein, Schaf, Ziege, Pferd und Bienen spätestens mit Aufnahme der Tierhaltung zu melden.

    Bei fachspezifischen Fragen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachdienstes Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Ludwigslust-Parchim zur Verfügung (03871 722-3901). In Notfällen ist über die Leitstelle Westmecklenburg 0385 50000 der Bereitschaftsdienst der Amtstierärzte erreichbar.

Merkblatt “Nutzgeflügel Schützen“ (Quelle Friedrich-Löffler-Institut)