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04.07.2019

Waldbrand bei Lübtheen: Rundum abgeriegelt, aber noch nicht besiegt­­­

Sicherungsmaßnahmen um 1200 Hektar große Fläche gehen unvermindert weiter / Abstand zum Feuer zu gering - Evakuierung von Alt Jabel bleibt weiter bestehen

Die Evakuierung von Alt Jabel bleibt vorerst bestehen. Das hat die Einsatzleitung im Katastrophenschutzstab des Landkreises Ludwigslust-Parchim heute Morgen (04.07.2019) entschieden. Grund ist, dass der Abstand des Feuers zum Ort weiterhin deutlich zu gering ist. Nachdem es gestern gelungen war, den Abstand auf 350 Meter zu vergrößern, war das Feuer im Lauf der Nacht zum Donnerstag wieder auf einen Abstand von 300 Metern an Alt Jabel herangerückt. Aus Sicherheitsgründen ist ein Abstand von etwa 1000 Metern erforderlich, damit die am 30. Juli durch den Landrat aus Sicherheitsgründen angeordnete Evakuierung aufgehoben werden kann. Zeitweilig war das Feuer bis auf 50 Meter an den Ort herangerückt. Für die Orte Trebs, Jessenitz-Werk, Hohen Woos und Volzrade konnte gestern die Evakuierung aufgehoben werden.

Landrat Stefan Sternberg unterstrich in der Lagebesprechung am Morgen, dass sich die Lage zwar dank massiven Einsatzes weiter entspanne, aber von Entwarnung noch keine Rede sein könne und der Katastrophenfall weiter aufrecht erhalten werden muss.

Zurzeit ist auf dem munitionsbelasteten ehemaligen Truppenübungsplatzgelände bei Lübtheen eine Fläche von 1200 Hektar vom Waldbrand betroffen, die Brandfläche selbst umfasst 600 Hektar. Heute sind mehr als 3000 Kräfte der freiwilligen Feuerwehren, der Bundeswehr, des THW, der Polizei, von Bundes- und Landesforst, des DRK und weiteren Institutionen in vier Schichten im Einsatz.

Seit Ausbruch des Brandes am 30. Juli ist es den Einsatzkräften gelungen, die Brandfläche durch das Ziehen und Verbreitern von Schneisen sowie intensives Wässern aus der Luft und vom Boden aus einzugrenzen. Bergepanzer der Bundeswehr haben etwa 60 Kilometer Schneisen geschoben, die Pioniere setzen ihre Arbeit auch heute fort. 22 Wasserwerfer der Polizei sind im Einsatz, sechs Hubschrauber von Bundespolizei und Bundeswehr transportieren Wasser heran. Sicherungsmaßnahmen konzentrieren sich insbesondere auf den nach Einschätzung der Einsatzleitung weiterhin gefährdeten Bereich bei Alt Jabel. Aufgrund der Detonationsgefahr müssen Einsatzkräfte weiterhin einen Sicherheitsabstand von 1000 Metern halten.

Die Zuwegungen nach Alt Jabel bleiben weiterhin für den Straßenverkehr gesperrt. Die Zuwegungen zu den Ortslagen Jessenitz Werk und Trebs werden durch die Polizei kontrolliert. Nur Anwohner und weitere berechtigte Personen und Fahrzeuge dürfen hier passieren.

Es wird generell darum gebeten, das Gebiet um Lübtheen weiträumig zu umfahren, um die Einsatzkräfte bei der An- und Abfahrt zum Einsatzort nicht zu behindern.

Für Anwohner wurde ein Bürgertelefon unter 038855/78744 eingerichtet.

Weitere Informationen folgen.