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23.04.2019

Kreisausschuss bekennt sich mit großer Mehrheit zum Projekt Kulturmühle

Kosten für künftigen Theater- und Museumsstandort in Parchim werden sich deutlich erhöhen

Kulturmühle Parchim
Die ehemalige Elde-Mühle in Parchim. Hier soll bis Ende 2022 die "Kulturmühle" als Standort für Theater und Museum entstehen. © Landkreis Ludwigslust-Parchim

Mit dem Stand der Planungen des Vorhabens „Kulturmühle“ in Parchim hat sich heute Abend (23.04.2019) der Kreisausschuss des Landkreises Ludwigslust-Parchim befasst. Anlass war insbesondere eine aktualisierte Kostenschätzung für das Großprojekt, die deutlich von den bisherigen Annahmen abweicht. Ging der Landkreis bislang von rund 21 Millionen Euro Gesamtkosten aus, beläuft sich die aktuelle Kostenschätzung auf 32 Millionen Euro.

Mit Fertigstellung der Vergabeunterlagen im März dieses Jahres hatte der Landkreis die im Juli 2017 erstellte Kostenschätzung aktualisieren lassen. Die war unter anderem aufgrund massiver Kostensteigerungen in der boomenden Baubranche und der nunmehr konkretisierten zu erbringenden Leistungen für den Umbau zwingend erforderlich geworden.

Die jetzt vorliegende geschätzte Steigerung der Gesamtkosten sei zwar beträchtlich, beurteilte der Kreisausschuss die Lage. Der Landkreis als auch die Stadt Parchim hätten damit jedoch eine gewisse Kostensicherheit. Trotz steigender Gesamtkosten sagt der Kreisausschuss deshalb weiterhin Ja zum Großprojekt „Kulturmühle“ und bekennt sich zur Kulturlandschaft im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Auch das Land Mecklenburg-Vorpommern wird sich an den Gesamtkosten beteiligen und sowohl das Theater als auch das Museum fördern. Eine endgültige Entscheidung zum Großprojekt „Kulturmühle“ treffen am 9. Mai der Kreistag des Landkreises Ludwigslust-Parchim und tags zuvor die Stadtvertretung der Stadt Parchim.

Nach Fertigstellung der Vergabeunterlagen für das „Kulturmühle“-Vorhaben in Parchim hat Anfang April das förmliche  europaweite Vergabeverfahren mit der Absendung der Bekanntmachung mit Aufforderung zum Teilnahmeverfahren offiziell begonnen. Die Mitglieder des Kreisausschusses sowie die Verwaltungsleitung freuen sich auf eine Vielzahl von Angeboten für die künftige Heimstatt des Jungen Staatstheaters Parchim, der Fritz-Reuter-Bühne sowie des Stadtmuseums. Auch Ensembles des Mecklenburgischen Staatstheaters sollen in der „Kulturmühle“ auftreten können. 

Das wuchtige Backsteinhaus direkt an der Elde wurde im Jahr 1880 errichtet und fungierte als Mühlengebäude. Seit der Betrieb der Elde-Mühle 2008 eingestellt wurde, steht das fünf- und sechsgeschossige, auf Pfählen gegründete Industriegebäude leer. Pläne für den Umbau zur Kulturmühle reiften, nachdem der Theaterstandort in der Blutstraße in Parchim 2014 aus baulichen Gründen kurzfristig eingestellt werden musste. Spätestens im vierten Quartal 2022 wird, sofern alles nach Plan verläuft, soll die feierliche Eröffnung der „Kulturmühle“ begangen werden.