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Weitere Maßnahmen gegen Ausbreitung der ASP

Landkreis Ludwigslust-Parchim gibt neue Allgemeinverfügung zur Afrikanischen Schweinepest bekannt / Bislang zehn positive Fälle im Kerngebiet / Suche nach Kadavern geht weiter

Die Suche nach verendeten Wildschweinen in der von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffenen Kernzone sowie im Gefährdeten Gebiet im Landkreis Ludwigslust-Parchim gehen weiter. Für den Erfolg der Maßnahmen und der Eindämmung der ASP sei es von entscheidender Bedeutung, dass innerhalb der Restriktionszonen, vor allem im Gefährdeten Gebiet, die systematische Suche verstärkt werde, kündigt Dr. Olav Henschel, Leiter des Fachdienstes Veterinär- und Lebensmittelüberwachung, an.

Das Gefährdete Gebiet hat eine Fläche von zirka 40.000 Hektar. Davon werden ca. 28.000 Hektar (außerhalb des Kerngebietes)  mit Fallwildsuchhunden und Menschenketten abgesucht. Des Weiteren ist es erforderlich, dass auch durch Jagdausübungsberechtigte und Landbewirtschafter in diesem Gebiet regelmäßige Suchen vorgenommen und die Ergebnisse gemeldet werden. Dafür wurde eine E-Mail-Adresse eingerichtet: kkz-vet@kreis-lup.de

Der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest im Landkreis Ludwigslust-Parchim war am 24. November vergangenen Jahres bei Marnitz festgestellt worden. Seitdem wurden zahlreiche Maßnahmen eingeleitet und umgesetzt. Unter anderem wurde um das Kerngebiet ein Elektrozaun gezogen. Zur weiteren Absicherung soll in Absprache mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der Europäischen Kommission ein zweiter Zaun gezogen werden. Dabei handelt es sich um einen festen Wildzaun, der im Abstand von zirka vier Kilometern um das eingerichtete Gebiet errichtet wird. Beim Bau sollen Tore und Durchgänge eingesetzt werden, um Zugang und Bewirtschaftung von Flächen möglichst wenig einzuschränken. Diesbezüglich hat der Landkreis Ludwigslust-Parchim eine neue Allgemeinverfügung bekanntgegeben und auf der Internetseite unter www.kreis-lup.de veröffentlicht.

Bislang hat es in dem betroffenen Gebiet nur sehr wenige ASP-Nachweise gegeben, sagt Dr. Olav Henschel. Insgesamt zehn positive ASP-Fälle wurden bisher festgestellt, allesamt im Kerngebiet um den ersten Fund im vergangenen Jahr.

Damit die ASP sich nicht weiter ausbreitet, brauche es weitere und kontinuierliche Maßnahmen, so Dr. Henschel. Denn die Infektion verläuft in der Wildschweinpopulation relativ langsam. Das führt dazu, dass mit Infektionen einzelner Tiere über einen längeren Zeitraum zu rechnen ist. Tierkörperteile können sehr lange infektiös bleiben und so zu weiteren Infektionen von Wildschweinen führen.Je eher infizierte Kadaver gefunden, untersucht und beseitigt werden, desto leichter können die notwendigen Maßnahmen an die aktuelle Lage angepasst werden.

Nach Einschätzung der Fachleute wird die ASP den Landkreis Ludwigslust-Parchim noch mindestens zwei Jahre beschäftigen, und das auch nur, sagt Dr. Henschel, wenn die eingeleiteten Maßnahmen und hier insbesondere die Betretungsverbote optimal eingehalten werden, sonst deutlich länger.  Aus diesem Grund ist es so wichtig, infizierte Stücke außerhalb des Kerngebietes zu finden und etwaige Infektionsketten schnell und konsequent zu unterbrechen. Ebenso wichtig ist es, dass sich alle an die Vorschriften und Maßnahmen innerhalb des von der ASP betroffenen Gebietes halten.

Weitere Informationen unter www.kreis-lup.de/asp