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Datum: 07.07.2026

Investitionsoffensive im Rettungsdienst des Landkreises startet

Mehr als neun Millionen Euro werden in die Um- und Neubauten von Rettungswachen im Kreisgebiet Ludwigslust-Parchim fließen / Damit steigt die Sicherheit der Bevölkerung und die Zukunftsfähigkeit der Rettungsdienstgesellschaft LUP wird gestärkt

Moderner, funktionaler, zukunftsfähiger – vor allem aber mehr Sicherheit für die Bevölkerung. Gemeinsam stellten die Rettungsdienstgesellschaft und der Landkreis Ludwigslust-Parchim am heutigen Dienstagnachmittag (07.07.2026) das Konzept der zukunftsfähigen Rettungswachen im Kreisgebiet LUP vor. „Zunächst erfüllen wir mit unseren Um- und Neubauten von Rettungswachen im Landkreis die Vorgaben aus dem Gutachten zur Landesweiten Rettungsdienstplanung der Rettungswachen-Standorte in Mecklenburg-Vorpommern. Zum anderen kommen wir unserem Versprechen nach, unseren Einwohnerinnen und Einwohnern ein sicheres Gefühl zu geben, wenn ein Notfall eingetreten ist“, erläutert Landrat Stefan Sternberg.

Insgesamt werden mehr als neun Millionen Euro in den Rettungsdienst investiert. „Mit den jetzigen Maßnahmen sichern wir eine nachhaltige rettungsdienstliche Versorgung der Bevölkerung im Landkreis LUP ab. Des Weiteren schaffen wir bessere Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – kürzere Ausrückwege bedeuten auch eine Verbesserung der Hilfsfristen“, erklärt Landrat Sternberg weiter. 

Umbaumaßnahme der Lehrrettungswache Ludwigslust

Seit mehr als 25 Jahren befindet sich die Lehrrettungswache Ludwigslust auf dem Gelände der Kreisstraßenmeisterei in der Grabower Chaussee direkt an der B5. Einen zusätzlichen zweiten Standort gibt es seit Januar 2023 in der Lindenstraße in Ludwigslust.

Ziel der Umbaumaßnahme ist es, die vorgehaltenen Einsatzfahrzeuge an einem Standort in Ludwigslust zusammenzuführen. Dies beinhaltet ein Umbau und die Erweiterung der Fahrzeughalle auf dem Gelände der Grabower Chaussee. Des Weiteren sollen Sozialräume für Rettung und Krankentransport räumlich getrennt werden. „Aktuell sind die Wege zu den Einsatzfahrzeugen in der Stadt- und auch in der Hauptwache weit. Oftmals sind die Fahrzeuge nur über Treppen erreichbar, somit besteht eine erhöhte Unfallgefahr für die Rettungskräfte auf dem Weg in den Einsatz. Mit dem Umbau tragen wir dazu bei, dass für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bessere, sicherere Arbeitsbedingungen entstehen“, sagte Volkmar Reiß, Leiter des Eigenbetriebes Rettungsdienst im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Der Umbau der Rettungswache Ludwigslust wird zirka 2,8 Millionen Euro kosten.

Neubaumaßnahmen in Plau am See, Goldenstädt und Kossebade

Seit 1999 besteht die Rettungswache in Plau am See. Nun wird sie neugebaut. Grund: Die Lehrrettungswache entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Auf einem rund 2.600 Quadratmeter großen Grundstück im Gewerbegebiet an der Rostocker Chaussee entsteht nun nach dem Vorbild der Musterrettungswache Valluhn/Gallin ein neuer Standort für zwei Rettungswagen (RTW 24/7), ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF 24/7) und ein Krankentransportwagen (KTW 8/5); ein Stellplatz für ein Reserve-SEG-Fahrzeug wird ebenfalls errichtet. Die neue Lehrrettungswache Plau am See bietet dann Platz für insgesamt 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aktuell liegt die Baukostenschätzung bei rund drei Millionen Euro. Der Baubeginn soll noch in diesem Jahr erfolgen. Mit der Fertigstellung wird dann im kommenden Jahr gerechnet.

Ebenfalls nach dem Musterrettungswachen-Konzept werden in Goldenstädt und Kossebade die Rettungswachen entstehen. Auf dem ehemaligen Gelände einer Straßenmeisterei wird eine neue Wache für einen Rettungswagen (RTW 24/7) mit separatem Tauschraum für die freiwilligen Feuerwehren in der Region Banzkow/Goldenstädt entstehen. Rund 1,6 Millionen Euro sollen für den Bau investiert werden. Des Weiteren entsteht in Kossebade für rund 1,5 Millionen Euro eine neue Wache für einen Rettungswachen (RTW 24/7); allerdings ohne Tauschraum für die freiwilligen Feuerwehren. „Mit dem Bau in Kossebade können wir einerseits die Hilfsfristen verbessern und andererseits unterstützen wir die Regionen rund um Parchim und Crivitz“, erklärt Volkmar Reiß.

Perspektivische Neubauten

Perspektivisch sind weitere Lehrrettungswachen im Landkreis Ludwigslust-Parchim geplant. Unter anderem in Hagenow, Boizenburg und Parchim. Dabei wird es sich voraussichtlich ebenfalls um Neubauten handeln. „Ob wir die Lehrrettungswache in Crivitz umbauen können oder auch neu bauen müssen, wird geprüft“, sagte Landrat Stefan Sternberg. „Sicher ist, mit dieser Investitionsoffensive in unseren Rettungsdienst schaffen wir sichere, funktionale Rettungswachen rund um die Uhr. Hinzu kommt, dass die Neubauten größtenteils nach dem Konzept der Musterrettungswache in Valluhn/Gallin entstehen. Das bedeutet, dass die neuen Rettungswachen moderner und vor allem energieeffizienter sind“, so Landrat Sternberg abschließend.

Hintergrund: Im April 2025 entstand in unmittelbarer Nähe zum Businesspark A24 Valluhn/Gallin die erste Musterrettungswache im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Die Fahrzeughalle wurde in Massivbauweise errichtet. Der Sozialbereich in Holzständerweise. Beheizt wird die Rettungswache über eine Luft-Wärmepumpe. Der benötigte Strom kommt von einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Eine Energieeinspeisung von nicht benötigtem Strom wird praktiziert.