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24.10.2018

Landkreis nimmt Geschäftsführung des Westmecklenburg Klinikums in die Pflicht

Wirtschaftliche Lage angespannt: Kreisausschuss verständigt sich auf Maßnahmen zur Sanierung

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Situation des Westmecklenburg Klinikums Helene von Bülow hat sich der Kreisausschuss des Kreistages Ludwigslust-Parchim heute Abend (24.10.2018) in Parchim auf mehrere Maßnahmen verständigt. Der Landrat wird unter anderem mit dem Gesellschafter Gespräche über die Ausschreibung einer weiteren Geschäftsführerstelle für das Klinikum führen und auf deren Umsetzung hinwirken. Dabei sind alle Möglichkeiten der Sicherung des Geschäftsbetriebes mit einzubeziehen. Des Weiteren strebt der Landkreis eine Mehrheitsbeteiligung an, um bessere Steuerungsmöglichkeiten zu haben; bislang wird das Klinikum zu gleichen Teilen vom Landkreis und vom Stift Bethlehem getragen. Sind beide Forderungen erfüllbar, will der Landkreis einen Vorschuss von rund 400.000 Euro zur Entspannung der Liquiditätslage leisten. Einen entsprechenden finanziellen Beitrag erwartet der Landkreis auch vom Stift Bethlehem.

Landrat Stefan Sternberg, Vorsitzender des Kreisausschusses, unterstrich die Einigkeit von Verwaltung und Kreistagsfraktionen. „Der Erhalt des Klinikums mit seinen Standorten in Ludwigslust und Hagenow steht für uns nicht in Frage. Ebenso wichtig ist die Situation der Beschäftigten“, sagte Landrat Sternberg. „Als Träger des Hauses müssen der Landkreis und das Stift Bethlehem den Betrieb des Klinikums jederzeit sicherstellen und, soweit erforderlich, auch zu liquiditätsstützenden Maßnahmen bereit sein. Mit der heutigen Positionierung haben wir klar beschlossen, wie der künftige Kurs aus Sicht des Landkreises sein soll.“

Bereits zum Wochenbeginn hatte Landrat Sternberg die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen über die aktuelle betriebswirtschaftliche Situation des Klinikums informiert. Mit einem Jahresfehlbetrag von drei Jahren in Folge ist die Liquiditätssituation des Hauses schon seit längerem angespannt und war mehrfach Gegenstand der Beratungen des Finanzausschusses. Schon mit  Beginn des Jahres 2018 war absehbar, dass sich tarifvertraglich bedingte Sonderzahlungen an die Beschäftigten im November nur unter Inanspruchnahme der Kontokorrentlinie des Klinikums absichern lassen. Diese Einschätzung stand unter der Voraussetzung, dass der Wirtschaftsplan des Krankenhauses mit einem geplanten Jahresverlust von 264.000 Euro eingehalten werden kann.  Zum Ende des III. Quartals und hier insbesondere im September zeigte sich jedoch, dass die tatsächlich erzielten Leistungen unter den Planvorgaben liegen. Diese führen im September zu Umsatzeinbußen von 700.000 Euro. Insofern war zum 30. September ein Fehlbetrag von 802.000 Euro zu verzeichnen.

Die jetzt im Kreisausschuss abgestimmten Maßnahmen sollen, einhergehend mit einem von der Geschäftsführung des Klinikums vorzulegenden Konzept, zu einer Stabilisierung der Lage beitragen, so Landrat Sternberg.  Er kündigte an, sich beim Land für ein Sanierungspaket für das Klinikum stark zu machen.