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04.10.2018

Planungssicherheit für die Kulturmühle

Land, Landkreis und Staatstheater besiegeln Finanzierung des Bauvorhabens sowie verbindliche Nutzung der Räume für den Theaterbetrieb in der Kreisstadt Parchim

2018-10-04 Unterzeichnung Kulturmühle
An der Unterzeichnung direkt im Gebäude der künftigen Kulturmühle nahmen Birgit Hesse, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Landrat Rolf Christiansen (r.) und Lars Tietje, Generalintendant und Geschäftsführer am Mecklenburgischen Staatstheater, teil. © Landkreis Ludwigslust-Parchim

Alle Voraussetzungen für die finanzielle Förderung des Bauvorhabens „Kulturmühle“ in Parchim sind erfüllt. Das haben heute (04.10.2018) Vertreter von Land, Landkreis sowie Mecklenburgischem Staatstheater per Unterschrift besiegelt. Zudem wird die Nutzung durch das Mecklenburgische Staatstheater bereits jetzt vor Baubeginn verbindlich geregelt. Im Mittelpunkt standen dabei die Höhe der künftigen Miete und der Umfang künftiger Nebenkosten. Beides orientiert sich an dem bisher durch das Mecklenburgische Staatstheater am Standort Parchim zu Leistenden.  „Damit ist der Theaterspielbetrieb in der Kulturmühle bereits jetzt dauerhaft  gesichert“, sagt Landrat Rolf Christianen. „So können beide Seiten mit Planungssicherheit das Vorhaben in Angriff nehmen. Dies ist der letzte große Baustein zum Erhalt der Fördermittel.“

An der Unterzeichnung direkt im Gebäude der künftigen Kulturmühle nahmen Birgit Hesse, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Landrat Rolf Christiansen und Lars Tietje, Generalintendant und Geschäftsführer am Mecklenburgischen Staatstheater, teil.

Ziel ist, das ehemalige Mühlengebäude im Herzen der Kreisstadt Parchim zu einem zentralen Kulturzentrum umzubauen. Das Junge Staatstheater und die Fritz-Reuter-Bühne werden darin eine neue Heimstatt finden, ebenso werden Ensembles des Mecklenburgischen Staatstheaters dort regelmäßig Aufführungen geben. Auch das Museum der Stadt Parchim wird einen Teil des Haus nutzen.

Das Land hat dem Landkreis Ludwigslust-Parchim und der Stadt Parchim in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter der Mecklenburgisches Staatstheater GmbH zugesichert, sich mit bis zu 7 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung an den notwendigen baulichen Maßnahmen an der Theaterspielstätte in  Parchim zu beteiligen. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim und die Stadt Parchim werden nach dem derzeitigen Stand der Kostenschätzung ihrerseits im Verhältnis 70 Prozent zu 30 Prozent mit zusammen insgesamt 7 Millionen Euro an dem Vorhaben beteiligen.

Das mächtige Backsteinhaus direkt an der Elde wurde im Jahr 1880 errichtet und fungierte seither als Mühlengebäude. Seit der Betrieb der Elde-Mühle 2008 eingestellt wurde, steht das fünf- und sechsgeschossige, auf Pfählen gegründete Industriegebäude leer. Pläne für den Umbau zur Kulturmühle reiften, nachdem der Theaterstandort in der Blutstraße in Parchim 2014 aus baulichen Gründen kurzfristig eingestellt werden musste.

Auf der Grundlage entsprechender Kreistagsbeschlüsse sind inzwischen alle erforderlichen Voruntersuchungen am und im Gebäude erfolgt. Begleitet wurden und werden die Arbeiten von einer Projektgruppe aus Vertretern der Kreis- und der Stadtverwaltung, des Mecklenburgischen Staatstheaters, des städtischen Museums und eines Beratungsunternehmens.

In einem nächsten Schritt wird jetzt die europaweite Ausschreibung aller Planungs- und Bauleistungen für den Abbruch von Bestandsgebäuden, die Sanierung und den Umbau der Elde-Mühle sowie den Anbau für einen Theatersaal und das Herrichten von Außenanlagen vorbereitet. Verläuft alles nach Plan, könnte das gesamte Umbauvorhaben im Jahr 2022 abgeschlossen werden.