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Datum: 14.11.2025

Landkreis Ludwigslust-Parchim würdigt Einsatz für Kunst, Umwelt und Gemeindeleben

Große Auszeichnungsveranstaltung am Freitagabend im Solitär in Parchim / Illustratorin Lydia Kalt erhält Ludwig-Reinhard-Kulturpreis / Ehrenpreis für gesamtgesellschaftliches Engagement geht an Kriemhild Kant

Der Solitär – das Veranstaltungszentrum des Landkreises Ludwigslust-Parchim – erlebt viele große Abende im Jahresverlauf. Aber so viele strahlende Gesichter, so viele anerkennende Worte und so viel Applaus wie an diesem Freitag gibt es nur selten. Vergeben wurden der Walter-Dahnke-Umweltpreis für Kinder und Jugendliche sowie deren Organisationen, die Auszeichnung „Kinder- und jugendfreundliche Gemeinde“, der Ludwig-Reinhard-Kulturpreis und der LUP Award als Ehrenpreis des Landkreises für bedeutende Persönlichkeiten mit gesamtgesellschaftlichem Engagement.

So unterschiedlich die Preise auch sind: Allen Ausgezeichneten attestierte Landrat Stefan Sternberg zum Auftakt des Abends herausragenden ehrenamtlichen Einsatz auf ihrem Gebiet. Das sei nicht selbstverständlich, aber von großer Bedeutung für das Zusammenleben und den Zusammenhalt im Landkreis Ludwigslust-Parchim und müsse folglich gebührend honoriert werden. Nicht nur mit lobenden Worten, sondern auch mit angemessenem Preisgeld. Darin bestehe Einigkeit im Kreistag und in der Kreisverwaltung. Ebenso gehöre der festliche Rahmen dieses Abends dazu, musikalisch umrahmt von der Band „Luna Soul“ und unterhaltsam moderiert von Lutz Scherling. Er war es dann auch, der die Preisträger und ihre Laudatoren auf die Bühne bat.

Walter-Dahnke-Umweltpreis für Kinder und Jugendliche sowie deren Organisationen

Der mit 3000 Euro dotierte Walter-Dahnke-Umweltpreis für Kinder und Jugendliche sowie deren Organisationen 2025 geht an die Regionale Schule J.W.v. Goethe in Parchim. Unter Anleitung von Biologielehrerin Aileen Brauer wurde dort in der 5. Klasse das Projekt Fische-Wockersee und in diesem Biotop vorkommende Populationen ins Leben gerufen. Insgesamt haben sich vier Schulen um den Preis beworben, berichtete Dietrich Groth, Vorsitzender des Ausschusses für Ländliche Räume und Klimaschutz, in seiner Laudatio. Alle seien zu loben, aber die Jury habe sich letztlich für das Wockersee-Projekt entschieden. Der alle zwei Jahre ausgelobte Walter-Dahnke-Umweltpreis für Kinder und Jugendliche sowie deren Organisationen stand diesmal unter dem Motto „Unsere Gewässer, Grundlage unseres Lebens“. Stellvertretend für die beteiligten Schülerinnen und Schüler nahm ihr Schulleiter Peter-Michael Dreeser die Auszeichnung entgegen.

Preisverleihung „Kinder- und jugendfreundliche Gemeinde“

Wer als „Kinder- und jugendfreundliche Gemeinde“ geehrt wird, hatte der Ausschuss Generationen, Soziales, Familien und Gesundheit bereits im September dieses Jahres beschlossen. Das Ergebnis zu verkünden, übernahm am Freitagabend dessen Vorsitzende Helga Schwarzer. Der Preis ist in vier Kategorien aufgeteilt und je dotiert mit 1500 Euro. In der Kategorie bis 500 Einwohnerinnen und Einwohner überzeugte die Gemeinde Barnin; gleich zwei Siegergemeinden konnte Helga Schwarzer in der Kategorie 1001 bis 2500 Einwohnerinnen und Einwohner aufrufen, denn für die Kategorie bis 1000 gab es keine Einreichung. Zum einen hat sich hier die Gemeinde Vielank erfolgreich beworben, zum anderen die Gemeinde Domsühl. In der Kategorie ab 2501 Einwohnerinnen und Einwohner wurde die Stadt Boizenburg ausgezeichnet. Alle Gemeinden im Wettbewerb haben sich dem Ausschuss mit umfangreichen Bewerbungsunterlagen vorgestellt und ihre Aktivitäten als kinder- und jugendfreundliche Gemeinde umfassend dargestellt.

Ludwig-Reinhard Kulturpreis

Mit Spannung wurde auch erwartet, wer in diesem Jahr den Ludwig-Reinhard-Kulturpreis des Landkreises Ludwigslust-Parchim erhalten würde. Das Geheimnis lüftete Kreistagspräsident Olaf Steinberg: Preisträgerin 2025 ist die Illustratorin Lydia Kalt. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert.

Lydia Kalt lebt in Pinnow. Sie wurde 1944 geboren und studierte nach dem Abitur Kunsterziehung und Geschichte an der Universität Greifswald. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Fast 40 Jahre war sie in der Ausbildung von Kindergärtnerinnen und Erzieher/innen für das Kinder- und Jugendalter tätig. Sie lehrte Künstlerisches Gestalten und Methodik des künstlerischen Arbeitens mit Kindern und Jugendlichen. Besonders gern arbeitete sie selbst mit den Drei- bis Sechsjährigen, demonstrierte den Auszubildenden, wie man Kunstwerke gemeinsam mit den Kindern erschließen kann, wie man die schöpferischen Kräfte des Kindes beim Malen, Plastischen Gestalten, beim Dekorieren von Objekten und beim Basteln und Bauen wecken und fördern kann. In einer Zentralen Fachkommission Kunsterziehung, in die sie berufen wurde, arbeitete sie an der Erstellung von Lehrprogrammen, Studienmaterialien und dem Lehrbuch „Kunsterziehung im Kindergarten” mit.

In den letzten Jahren ihrer Lehrtätigkeit baute sie an der Berufsfachschule für Sozialwesen in Schwerin die Fachoberschule Gestaltung auf und unterrichtete selbst vor allem das Fach Künstlerische Praxis. Mit Beginn ihres Ruhestandes widmet sie sich verstärkt der eigenen Malerei, nimmt an Pleinairs teil und stellt ihre Werke in Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen vor. Seit 20 Jahren leitet sie einen Zeichen- und Malzirkel in ihrem Heimatort. Bekannt wurde Lydia Klatt auch als Illustratorin des in diesem Jahr in zweiter, überarbeiteter Auflage veröffentlichten Kinderbuchs „Lat uns tausamen Plattdüütsch singen und snacken“ aus der Feder von Heidelore Rumler.

Ehrenpreis des Landkreises – Sonderauszeichnung „LUP Award“

LUP Award –das ist die Sonderauszeichnung des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Seit 2021 wird dieser mit 3000 Euro dotierte Ehrenpreis jährlich an bedeutende Persönlichkeiten mit gesamtgesellschaftlichem Engagement verliehen. Nach Vorauswahl und Prüfung durch den Verwaltungsvorstand des Landkreises obliegt den Kreistagsmitgliedern als Gesamtjury die Entscheidung über die Vergabe des Preises: Trägerin des LUP Award 2025 ist Kriemhild Kant. Kreistagspräsident Olaf Steinberg und Landrat Sternberg überreichten Urkunde und Blumen, dann trug sich die Ausgezeichnete in das Goldene Buch ein.

Seit Anfang der 90er Jahre führte sie die Geschäfte des Kreissportbundes, und seit mehr als 30 Jahren ist sie ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Balow. Eine Institution auf beiden Feldern. Eine Frau die nicht lange redet, sondern lieber handelt. Das ist Kriemhild Kant, sagte Kreistagspräsident Steinberg, der die Laudatio hielt. Er beschrieb die Preisträgerin als sportbegeistert, besonders in Sachen Fußball, Motivatorin nicht nur für ihre vier Töchter, sondern für so viele Sportler in den Vereinen. Teilhabe zu ermöglichen, das sei ihr wichtig, im Sport wie auch im Gemeindeleben. Hierbei sei ihr stets das Gemeinwohl aller Generationen im Zusammenspiel in der Dorfgesellschaft wichtig. Beispielhaft für die Dorfentwicklung ist mit Sicherheit eines der Lieblingsprojekte von Kriemhild Kant: die Errichtung des Kultur- und Kommunikationszentrums, in der ganzen Region kurz als KUK bekannt. Hier wurde mit viel Herzblut aus einem ursprünglichen Pferdestall gemeinsam ein neuer Lebensmittelpunkt geschaffen. Kriemhild Kant kämpft stets mit dem nötigen Durchsetzungsvermögen, andererseits aber immer mit einem offenen Ohr und persönlicher Bereitschaft für die Gemeinschaft. Stets verlässlich und mit großer Verantwortung engagiert sie sich, ohne dabei selbst in den Mittelpunkt zu treten. Sie gibt stets gern, ohne etwas dafür zu erwarten. Sie ist eine Frau für Balow und den gesamten Landkreis.

Insgesamt wurden 15.000 Euro für die Preise des Landkreises ausgelobt. Das Geld stellte die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin zur Verfügung.