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22.10.2015

Zustrom von Flüchtlingen geht alle Kommunen an

Landkreis Ludwigslust-Parchim erwartet anhaltend hohe Zuweisungszahlen auch im kommenden Jahr und bereitet zusätzliche Unterkünfte vor / Landrat setzt auf Unterstützung der Städte und Gemeinden: „Keine Alternative zum Solidarprinzip“

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim wird im Jahr 2016 mindestens 2000 Asylbewerber aufnehmen. Das kündigte Landrat Rolf Christiansen heute in Parchim im Rahmen einer Beratung mit hauptamtlichen Bürgermeistern und leitenden Verwaltungsbeamten an. Er wies darauf hin, dass dieser Zuweisungszahl die günstigste Prognose des Flüchtlingszustroms nach Deutschland und nach Mecklenburg-Vorpommern zugrunde liege.

Sowohl mit Blick auf die Bereitstellung dezentralen Wohnraums als auch mit Blick auf die Entwicklung neuer Gemeinschaftsunterkünfte setze der Landkreis weiterhin auf eine größtmögliche Unterstützung der Städte und Gemeinden, unterstrich Landrat Christiansen gegenüber den Verwaltungsspitzen: „Der große Zustrom von Flüchtlingen geht alle Kommunen gleichermaßen an. Ich weiß, dass es für Politik und Verwaltung nicht gerade leicht ist, unbequeme Entscheidungen vor Ort gegenüber den Einwohnerinnen und Einwohnern zu vertreten. Aber faktisch gibt es für mich keine Alternative zum Solidarprinzip.“

Allein im laufenden Jahr wird der Landkreis Ludwigslust-Parchim voraussichtlich noch weitere 800 Asylbewerber dezentral in Städten und Gemeinden unterbringen. Der benötigte Platz entspricht mehr als 200 Wohnungen. Des Weiteren, so Landrat Christiansen, soll aufgrund der zu erwartenden anhaltend hohen Zuweisungszahlen an den Landkreis im Jahr 2016 die bestehende Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Parchim um 100 Plätze erweitert werden. In Ludwigslust wird die Einrichtung einer weiteren Gemeinschaftsunterkunft mit 266 Plätzen vorbereitet. Zudem prüft die Kreisverwaltung weitere potenzielle Standorte für größere Gemeinschaftsunterkünfte, neben anderen auch in Dabel.

Gegenwärtig befinden sich etwa 1400 Asylbewerber, darunter 200 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, in der Zuständigkeit des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Zur Unterbringung verfügt der Landkreis über Gemeinschaftsunterkünfte im Parchim mit 200 Plätzen und Ludwigslust mit 263 Plätzen sowie Übergangsunterkünfte mit 53 und mit 80 Plätzen in Parchim. Hinzu kommen etwa 200 Wohnungen, die der Landkreis in diesem Jahr von kommunaler oder privater Seite angemietet und ausgestattet hat: Nahezu 700 Asylbewerber wurden seit Jahresbeginn dezentral in Wohnungen untergebracht.

Zudem hat der Landkreis Ludwigslust-Parchim dem Land seit September dieses Jahres Notunterkünfte in Zahrensdorf, Hagenow, Heidhof, Dargelütz und Lübtheen zur Verfügung gestellt. Derzeit sind dort insgesamt 415 Flüchtlinge untergekommen.

Insbesondere zollte Landrat Christiansen den vielen ehrenamtlichen Helfern in den Notunterkünften, in den Gemeinden mit dezentralen Unterkünften, in der Übergangsunterkunft Tennishalle Parchim und vielen anderen Orten großen Dank. Ob Kleiderspende, Hilfe bei der Essenausgabe, Deutschunterricht, Sport und Spiel mit Kinder – jede Hilfe sei willkommen und ein wertvoller Beitrag zur Integration.