Zurück zur Listenansicht

19.10.2015

Fachtag „Bindung in der Familie“

FamilienInformationsNetzwerk FIN informierte über Aspekte der Eltern-Kind-Bindung

Angeregter Austausch im Workshop auf dem Fachtag 'Bindung in der Familie'. Foto Landkreis Ludwigslust-Parchim
Angeregter Austausch im Workshop auf dem Fachtag "Bindung in der Familie". Foto Landkreis Ludwigslust-Parchim © Foto: Landkreis Ludwigslust-Parchim, FIN

Es ist eines der meist umstrittensten Themen in der Kindheitsforschung. Wie und Wann entsteht sie? Entwickelt sie sich bei jedem Kind gleich? Wie lange hält sie an? Wie wichtig ist sie in Bezug auf Charakter und Persönlichkeitsentwicklung? Ist das erste Lebensjahr besonders entscheidend? - Gemeint ist die Eltern-Kind-Bindung.

Diese und weitere Fragen beschäftigen Wissenschaftler seit Anfang des 20. Jahrhunderts weltweit. Und der Fachtag des FamilienInformationsNetzwerkes FIN „Bindung in der Familie“ nahm das Thema auf.

Am 2. Oktober folgten knapp 50 Interessierte der Einladung der Netzkoordinatorin Frühe Hilfen in den Kreistagssaal in Ludwigslust. Das Datum wurde bewusst gewählt. Die 40. Kalenderwoche eines Jahres ist die Weltstillwoche. In diesem Jahr stand sie unter dem Motto „Stillen und Beruf – gemeinsam geht’s“. Stillen war auch gleich Inhalt des ersten Fachvortrages von Frau Angelika Kuhn (Stillberaterin aus Hamburg). Es wurden biologische Bedürfnisse des Säuglings in Beug auf das Stillen und Wissen zur Ernährung mit Muttermilch nahe gebracht. Frau Kuhn betrachtete auch sehr umfangreich historische und kulturelle Aspekte sowie wissenschaftliche Erkenntnisse zum Stillen.

Frau Dr. Wiebke Baller (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Schwerpunkt peripartale psychische Störungen) referierte über pränatale und peripartale Traumata als Risikofaktoren einer sicheren Mutter-Kind-Bindung. Sie sprach die unterschiedlichen Professionen an, die mit den Familien Kontakt haben und stellte präventive und unterstützende Maßnahmen in den Mittelpunkt ihres Vortrages. 

Zu Bindungserfahrungen und ihre Auswirkungen sowie Möglichkeiten des Einwirkens durch professionelle Fachkräfte schilderte Frau Prof. Dr. Claudia Hruska (Psychologie der frühen Kindheit, Fachbereich Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung HS Neubrandenburg) z.B. auch ihre Eindrücke und Erfahrungen aus Neuseeland. 

Nach so viel Input war eine Stärkung notwendig. Es gab traditionell leckere Pizza und ausreichend Zeit zum regen Austausch.

Ob Hebamme, Sozialarbeiterin, Psychologe, Erzieherin, Heilpädagogin oder Mitarbeiterin in Beratungsstellen und Institutionen – allen begegnet das Thema Bindung in ihrem täglichen Arbeitsfeld. Entsprechend rege waren die Diskussionen in den Workshops. Die Referentinnen standen für Fragen aus ihren Fachbereichen umfänglich Rede und Antwort. Informationen in den Tagungsmappen und vielfältiges Material zum Mitnehmen werden dafür sorgen, dass die Akteure auch weiterhin alles für die gesunde Entwicklung unserer Kinder tun werden. Neue Kontakte wurden geknüpft, bestehende aufgefrischt – Netzwerk eben. Am Ende des Fachtages gab Beifall für die Referentinnen und das Organisatorenteam sowie die einhellige Meinung: diese Fachtage brauchen wir auch weiterhin. 

Uta Eichel
Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen
im Landkreis Ludwigslust-Parchim