Fleisch- und Trichinenuntersuchung bei Haarwild

Wildschweine, Bären, Füchse, Sumpfbiber, Dachse und andere fleischfressende Tiere, die Träger von Trichinen sein können, unterliegen nach der Tötung der Untersuchung auf Trichinen, wenn das Fleisch zum Genuss für den Menschen verwendet werden soll                                                                                         

Wer selbsterlegtes Großwild für den Eigenverbrauch in Besitz genommen hat, muss dieses vor der weiteren Bearbeitung einer genauen Fleischuntersuchung unterziehen. Voraussetzung für die eigenständige Untersuchung ist der Besitz eines gültigen Jagdscheines und damit der Ausbildung zur kundigen Person. Wird dies erfüllt, kann das Wild auch in einer geringen Menge (Strecke eines Jagdtages) an Betriebe des Einzelhandels im Umkreis von 100 km um  den Erlegeort oder Wohnort des Jägers abgeben werden.

Stellt der Jäger vor oder nach dem Erlegen gesundheitsbedenkliche Merkmale wie zum Beispiel abnormes Verhalten, Störungen des Allgemeinbefindens, Geschwülste/Abszesse in inneren Organen und/oder der Muskulatur, starke Abmagerung oder auch Herz-, Organ-, Gelenkentzündungen fest, ist der Wildtierkörper dem für den Erlege- oder Wohnort zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zur amtlichen Fleischuntersuchung vorzustellen (Tier-LMHV § 3 und Anlage 4).

Unabhängig davon unterliegen generell alle Wildschweine und auch Füchse, Sumpfbiber (Nutria), Dachse, Bären  und andere fleischfressende Tiere, die Träger von Trichinen (heute Trichinellen) sein können und deren Fleisch zum Genuss für den Menschen bestimmt ist, der Pflicht zur Untersuchung auf Trichinellen (VO (EG) 854/2004 Anhang I Abschnitt IV Kapitel IX).  Die Trichinenprobenentnahme ist eine amtliche Aufgabe und durch amtliche Tierärzte oder Fachassistenten durchzuführen.

Wird Wild zum Zwecke der Verwendung als Lebensmittel für den eigenen häuslichen Verbrauch erlegt oder aber kleine Mengen des erlegten Wildes oder Wildfleisches abgegeben, kann die Trichinenprobenentnahme unter bestimmten Bedingungen durch den Jäger / Jagdausübungsberechtigten vorgenommen werden.

Der Wildtierkörper ist mit einer Wildmarke zu kennzeichnen. Der Wildursprungsschein ist  vollständig und gut leserlich auszufüllen und gemeinsam mit der Trichinenprobe in einer Trichinenuntersuchungsstelle abzugeben.

Den Jagdausübungsberechtigten obliegt es, alle in seinem Revier tätigen Jäger oder an der Jagdausübung Beteiligte über die gesetzlich vorgeschriebene Verfahrensweise in Kenntnis zu setzen und für deren Einhaltung in seinem Jagdbezirk Sorge zu tragen.

Bei Abgabe des Wildtierkörpers an einen Wildbe- und verarbeitungsbetrieb erfolgen die amtlichen Fleisch- als auch Trichinenuntersuchungen automatisch.