Natur- und Landschaftsschutz

Das Landschaftsschutzgebiet „Schweriner Seenlandschaft im Landkreis Ludwigslust-Parchim“

Weidelandschaft bei Pinnow
Weidelandschaft bei Pinnow © Landkreis Ludwigslust-Parchim, FD 68
Rad- und Wanderweg am Schweriner Außensee bei Retgendorf
Rad- und Wanderweg am Schweriner Außensee bei Retgendorf © Landkreis Ludwigslust-Parchim, FD 68
Blick zum Schweriner Innensee bei Leezen
Blick zum Schweriner Innensee bei Leezen © Landkreis Ludwigslust-Parchim, FD 68

Über die zahlreichen und vielgestaltigen Landschaftsschutzgebiete im Großkreis Ludwigslust-Parchim haben wir bereits einen allgemeinen Überblick gegeben. Eines der wenigen Schutzgebiete, die durch die Kreisgebietsreform wieder zusammengeführt wurden, ist das Landschaftsschutzgebiet im Naturraum der Schweriner Seen.

Das Landschaftsschutzgebiet liegt im Norden des Landkreises und schließt die gesamte Landschaft um den Schweriner Innen- und Außensee, den Neumühler See sowie mehrere malerische kleinere Seen in den Gemeinden Cambs, Dobin am See, Kuhlen-Wendorf, Langen Jarchow, Leezen, Pinnow, Raben Steinfeld, Wittenförden, Zahrensdorf und der Stadt Brüel ein. Daher ist dieses Schutzgebiet recht ausgedehnt und erstreckt sich über die Amtsbereiche der Ämter Crivitz, Stralendorf und Sternberger Seenlandschaft. Der Naturpark Sternberger Seenland hat in den Gemeinden Langen Jarchow, Kuhlen-Wendorf, Pinnow und Raben Steinfeld ebenfalls einen Anteil am Landschaftsschutzgebiet.

Die Grenze des Landschaftsschutzgebietes in unserem Landkreis endet zwar jeweils an der Stadtgrenze zu Schwerin und an der Kreisgrenze zu Nordwestmecklenburg. Der Status des Landschaftsschutzgebietes endet dort jedoch keinesfalls. Weitere Landschaftsschutzgebiete schließen sich unmittelbar an und bilden eine lückenlose Schutzzone für die gesamte Landschaft der Schweriner Seen, auch auf den Gebieten des Landkreises Nordwestmecklenburg und der Stadt Schwerin.

Historisch interessant ist, dass das Gebiet bereits 1937 und 1958 unter Schutz gestellt wurde. Seitdem ist insbesondere das Landschaftsbild mit seinem abwechslungsreichen Relief und eindrucksvollen Blickbeziehungen auf die Kulisse von Schwerin mit Dom und Schloss vor den Toren der Landeshauptstadt geschützt.

Seit dem 6. April 2005 gilt die aktuelle Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet. Die Verordnung wurde im amtlichen Bekanntmachungsblatt des damaligen Landkreises Parchim „Unser Landbote“ (Ausgabe Nr. 05/2005, S. 3) veröffentlicht und trat am 21. Mai 2005 in Kraft. Mit Änderungsverordnung vom 29. Juli 2013 wurde der Geltungsbereich der Verordnung um den verbliebenen Bereich im Gebiet der Gemeinde Wittenförden (Altkreis Ludwigslust) erweitert und das Landschaftsschutzgebiet im Landkreis Ludwiglust-Parchim damit formell wieder zusammengeführt.

Neben den allgemeinen Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes zur Ausweisung von Landschaftsschutzgebieten wurde dieses Landschaftsschutzgebiet insbesondere festgesetzt

  • zum Erhalt der Lebensräume des Fischotters,
  • zum Erhalt einer möglichst hohen Wasserqualität der Oberflächengewässer,
  • zum Erhalt und zur Entwicklung ökologischer Pufferzonen um die im Landschaftsschutzgebiet liegenden Naturschutzgebiete
  • zur Freihaltung des Gebietes von Bebauung und zum Schutz vor weiterer Zersiedlung und Zerschneidung und
  • zur Sicherung und Entwicklung einer hohen Erlebnisqualität in der Landschaft.

(nachzulesen unter www.kreis-lup.de/kreisrecht)

Das Landschaftsschutzgebiet „Schweriner Seenlandschaft im Landkreis Ludwigslust-Parchim“ umfasst etwa eine Fläche von 8.350 Hektar. Die Schutzgebietsfläche begrenzt im Wesentlichen das Ostufer des Schweriner Innen- und Außensees und schließt den angrenzenden typischen Ausschnitt des Naturraumes mit dem Höhenrücken der Seenplatte ein.

Im Schutzzweck der Verordnung heißt es unter anderem: Dieses strukturreiche Landschaftssegment umfasst einen repräsentativen Ausschnitt der eiszeitlichen Serie mit Endmoränenlandschaft und Sandergebieten, mit den Verlandungszonen am Schweriner See, naturnaher Ufervegetation insbesondere an kleinen Seen, naturnahen Bruchwäldern und geologischen Bildungen. Die Landschaft ist geprägt durch eine großflächige Ackerlandschaft, die dennoch sehr abwechslungsreich ist und von Wiesen und Weiden, Seen und Waldgebieten, Einzelbäumen und Feldgehölzen sowie von Trocken- und Magerrasenhängen durchsetzt wird. Die typisch mecklenburgischen Alleen und Hecken formen auch hier das Landschaftsbild.

Der Verlauf der Bundesautobahn A 14 prägt allerdings auch das Landschaftsbild dieses Schutzgebietes, mit unerwünschten Folgen. Die Trasse ist durchweg präsent und führt entweder direkt durch das Landschaftsschutzgebiet oder parallel entlang der Grenze dazu. Der Zerschneidungseffekt für die Landschaft und auch die anderen negativen Auswirkungen, zum Beispiel durch die Verlärmung sind offensichtlich. Das Landschaftsschutzgebiet hat über die Kreis- und Landesgrenzen hinaus internationale Bedeutung als Teil des Vogelschutzgebietes mit der Bezeichnung „Schweriner Seen“ (Gebietsnummer DE 2235-402). Etwa 7.290 Hektar des Landschaftsschutzgebietes „Schweriner Seenlandschaft im Landkreis Ludwigslust-Parchim“ liegen im Europäischen Vogelschutzgebiet. Das Vogelschutzgebiet hat eine Gesamtfläche von etwa 18.560 Hektar und erstreckt sich weiter auf Flächen der Stadt Schwerin und des Landkreises Nordwestmecklenburg.

Der internationale Schutzstatus wurde wegen der besonderen Bedeutung und dem Vorkommen von 22 Brutvogelarten und 9 Rastvogelarten ausgewiesen. Schutz und Erhalt dienen beispielsweise den Brutvogelarten Blaukehlchen, Eisvogel, Gänsesäger, Rohrdommel sowie dem Wachtelkönig und unter anderem den Rastvogelarten Blässgans, Blässhuhn, Haubentaucher, Kolbenente sowie Sing- und Zwergschwan. Während die Brutvogelarten meist schwer zu entdecken sind (hier erfreut uns eher der Gesang), sind die Rastvögel im Bereich des Schweriner Sees in den Frühjahrs- und Herbstmonaten recht zahlreich in großen Schwärmen auf und über den Acker- und Wasserflächen zu beobachten.

In der Landschaftsschutzgebietsverordnung sind für die Bereiche des Vogelschutzgebietes daher auch Festsetzungen getroffen worden, die der Umsetzung des internationalen Vogelschutzes dienen. Der Schutzzweck erstreckt sich demzufolge unter anderem auch auf die Erhaltung und die Entwicklung der geschützten Vogelarten und ihrer Lebensräume. (zum Weiterlesen: www.stalu-mv.de und www.lung.mv-regierung.de)

Aufgrund der großen Ausdehnung des Landschaftsschutzgebietes und der unmittelbaren Nähe zur Landeshauptstadt Schwerin ergeben sich immer wieder vielfältige Konflikte mit den Nutzungen und Nutzern in der Landschaft: Zum Beispiel sind geplante Erweiterungen von Wohnbau- oder Gewerbeflächen durch betroffene Gemeinden oder auch Privateigentümer ein recht häufiges Thema, da dieses aufgrund der Verbotstatbestände im Geltungsbereich des Landschaftsschutzgebietes nicht ohne Weiteres möglich ist.

Während der Badesaison gibt es jedes Jahr regelmäßig Vorfälle, weil der Müll sich an den Badestellen türmt und nicht wieder mitgenommen wird. An dieser Stelle ein Lob an die Gemeinden, die während dieser Zeit mit viel zusätzlichem Aufwand ihre öffentlichen Badestellen sauber halten. Verantwortlich ist dennoch in erster Linie jeder für sich! Damit verbunden sind oftmals Probleme mit Autofahrern, die direkt bis an die Badestelle fahren und dort abseits von ausgewiesenen Wegen und Plätzen in der Landschaft parken. Hier noch einmal der Hinweis: Parken außerhalb von Wegen ist gemäß Landschaftsschutzgebietsverordnung verboten und wird dementsprechend mit Bußgeld geahndet. Also doch besser gleich von vornherein auf den dafür vorgesehenen Plätzen parken und auch mal ein Stückchen zu Fuß gehen. So weit ist es meistens doch gar nicht. Oder eine längere Tour im Landschaftschutzgebiet der Schweriner Seenlandschaft planen. Beim Wandern und Radeln erhält man reizvolle Über- und Einblicke auf den Schweriner Innen- und Außensee und die Silhouette der Stadt Schwerin, die umgebende Landschaft mit dem flachwelligen und hügeligen Relief und auf die Vielzahl von den genannten naturraumtypischen Landschaftselementen, welche die Landschaft gliedern und beleben. Sie sehen, ein Besuch des Landschaftsschutzgebietes ist einfach zu jeder Jahreszeit reizvoll!