Autor Thema: Teilziel: "Der Landkreis gewinnt und bindet Arbeitskräfte an den Standort."  (Gelesen 1113 mal)

Admin

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Frage an Sie:

Welche Aktivitäten sollten Ihrer Meinung nach unternommen werden, um dieses Ziel für Arbeitskräfte und Auszubildende im Landkreis zu erreichen?


Ausführliche Details hierzu finden Sie im Konzeptdokument. Hier können Sie den entsprechenden Auszug als PDF-Datei herunterladen und ansehen (s. Folie 15-17): KEK_2030_Handlungsfeld-Starker-Wirtschaftsstandort_28.06.2017.pdf

Das gesamte Konzept finden Sie hier: KEK_LUP_2030_Entwurf_Langfassung_28.06.2017.pdf
« Letzte Änderung: 29. Juni 2017, 11:33:01 von Admin »

Vorwerk Huhn

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Arbeitskräfte wandern i.d.R. wegen schlechter Bezahlung oder schlechter Arbeitsbedingungen ab
- da müßte sich dann etwas ändern

das Jobcenter kann Daten zu Aufstockern und deren Arbeitgebern liefern, Massnahmen gegen sittenwidrige Niedriglöhne sollten getroffen werden

oft lange Wege zwischen Wohnung und Arbeit
-Jobtickets zur Nutzung des ÖPNV anbieten
- bezahlbarer Wohnraum für Azubis und Studenten am Ausbildungsort
- Zuschuss zum Führerschein gegen Verpflichtung für X Jahre in der Firma

Interesse und Einblicke in diverse Firmen schon in der Schule wecken
- zentrale und dezentrale Jobmesssen
- vielfältige Praktika in vielen  Bereichen / Firmen

keine sinnlosen Umschulungen, es sollte auch ein Bedarf am Arbeitsmarkt da sein
-Förderprogramme für die Beschäftigung lebensälterer Fachkräfte / Arbeitnehmer

Förderung vom Ehrenamt
- Ehrenamtler haben zusätzlich zur familiären noch eine weitere soziale Bindung und werden daher für einen Arbeitsplatz  nicht so schnell abwandern
« Letzte Änderung: 16. Juli 2017, 15:07:11 von Vorwerk Huhn »

Uwe Mergel

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Wie kann man Arbeitskräfte binden, man muss da als Landkreis und Region was bieten können, auch zunächst die Firmen und Arbeitgeber. Es geht also um die Verbindung Arbeitgeberattraktivität, Mitarbeiterbindung und Region, was leider zu oft nicht wirklich vorhanden ist. Eine Region muss dazu anziehend sein, die möglichen Arbeitgeber müssen faire, humane und anziehende Arbeitsbedingungen bieten. Man braucht Firmen, eine Wirtschaft, die selber erst einmal leben und überleben kann. Der Landkreis muss viel mehr tun, um aus den Kreis der oft noch arbeitswilligen- lernwilligen Langzeitarbeitslosen mehr Leute für die Firmen der Region zu gewinnen, muss da mehr aktivieren, motivieren, Maßnahmen und Vorhaben ins Leben rufen und begleiten. Ich denke hier u.a. an das bei der FAW in Ludwigslust und Hagenow gegenwärtig bis 19.12.17 noch laufende Männercoaching, da werden Chancen probiert, gesucht, Männer ermuntert für Beschäftigung und Jobs in der Region. Das ist nicht einfach, da gibt es viele anders tickende biologische Uhren bei den Langzeitarbeitslosen, aber einige kann man in Bewegung setzen. Die möglichen Arbeitgeber müssten selber mehr Initiativen aktiv unterstützen, um an diese Leute heran zu kommen, auch Vorbehalte abbauen. Solche Maßnahmen müssten vor Ort weiter gehen, auch 2018 ff., die altersbedingten Veränderungen auch in Wirtschaft und Gesellschaft erfordern das. Die Teilnehmer am Männercoaching begrüßen das, was hier versucht wird, finden nicht selten zurück in das wirkliche gespannte Alltagsleben.

Marko Rosin

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Es gibt immer wieder Diskussionen, eher Gerüchte um den Finanzamtsstandort in Hagenow. Hier sind zurzeit ca. 125 Menschen beschäftigt und es sei erwähnt, dass dies der einzige Finanzamtsstandort im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist. (Abgesehen von der Außenstelle in LWL).
Nach dem Personalentwicklungskonzept des Landes MV aus dem Jahr 2010, ist für den Finanzamtsstandort Hagenow ein Stellenabbau von ca. 20-25 Stellen geplant.
Im September 2013 stelle der Staatssekretär Peter Bäumer in Güstrow das Finanzamtskonzept „Finanzämter MV 2020“ vor. Grundsätzlich bekennt sich das Finanzministerium zwar zum Erhaltung aller 12 Standorte im Land MV. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass bei einer Unterschreitung einer Mindestgröße von 100 Stellen eine effiziente Arbeit an diesen Standort nicht mehr gesehen wird.
Da die künftige Struktur und damit die Standortfrage, bis zum Jahr 2020 vom Land MV entschieden werden soll, ist es wichtig, sich jetzt in diesen Entscheidungsprozesse einzubringen.
Der Standort des Finanzamtes in Hagenow muss für unseren Landkreis erhalten bleiben!!
Ich wünsche mir deshalb, dass der Landkreis Ludwigslust-Parchim sich für die Erhaltung des Finanzamtsstandort in Hagenow einsetzt und dies als strategisches Ziel in das KeK aufnimmt.

Marko Rosin
Vorsitzender SPD Ortsverein HGN

Uwe Mergel

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Auch diese Thematik haben wir im Männercoaching bei FAW Ludwigslust diskutiert, wie kommt an die benötigten Arbeitskräfte mit einfacher oder oft höherer Qualifikation.
Man muss an Studienabbrecher ran kommen, sie überzeugen, in unsere Region zu kommen, zu bleiben. Das könnten die Fachleute der Zukunft werden, man muss sie gewinnen.
Studenten und Absolventen müssen überzeugt werden, in unsere Region zu kommen, das bedeutet viel Aufwand und auch manche Lockmittel. Viele Regionen und Landkreise buhlen ja um die Leute und können was bieten.
Pendler kann man nur zurück gewinnen, wenn man ihnen was bieten kann, man muss da individuelle Entscheidungen ermöglichen und treffen.
Mir fehlt in der KEK 2030 die Personengruppe 50- 67 Jahre. Wo und wie sollen Menschen dieser Altersgruppe in unserem Landkreis arbeiten, wo sind die alter(N)sbedingten Arbeitsplätze und Jobs für Arbeitssuchende, Arbeitslose und Langzeitarbeitslose ? Welche Arbeitgeber sind hier gerade interessiert? Wie kann man das fördern, denn Altersarmut droht ja vielen Menschen in der Zukunft.
Wie kann man das von Seiten des Landkreises unterstützen, aktivieren? Hier braucht man flankierende Maßnahmen regionaler und überregionaler Partner aus Wirtschaft, Region, Verwaltung, Land....! Maßnahmen wie Männercoaching haben auch in den nächsten Jahren ihre Berechtigung, mehr auf einzelne Menschen bezogen.

Uwe Mergel

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Hallo, KEK 2030, ich staune, wie viele Themen der KEK auch gerade langzeitarbeitslose Männer betreffen, berühren, wie sie doch nach und nach nicht nur das Thema begreifen, sondern mitten drin sind. Männercoaching ist ja darauf ausgerichtet, Langzeitarbeitslose wieder Schritt für Schritt fit zu machen für den Arbeitsmarkt, zumindest Integrationsfortschritte zu ermöglichen.
Wie kann ein Landkreis aus Langzeitarbeitslosen mit all ihren Sorgen, Problemen, Nöten, Vermittlungshemmnissen in absehbarer Zeit benötigte Arbeitskräfte der Zukunft entwickeln, Brücken und Wege aufzeigen und sinnvoll begleiten.
Hier gibt es Vorschläge, die nach Arbeitskräften und gar Fachleuten rufenden Firmen enger mit einzubeziehen, also nicht nur Maßnahmen durch Jobcenter zu machen, sondern Firmen hier mit einzubeziehen. So kann man über Maßnahmen und Projekte dann gleich interessierte Langzeitarbeitslose mit den möglichen Arbeitgebern in Verbindung bringen, praxisnah das Fördern und Fordern individuell gestalten, auch über Soziale Projekte besonders im Sinne von Gemeinwohl und der Gestaltung lebens- liebenswerter Orte.
Mögliche Arbeitgeber müssen auch erfahren, was hindert Menschen bisher in Arbeit zu kommen oder sich in Firmen zu bewerben, wo Schicht- und Wochenendarbeit etc. normal sind.
Landkreis, Jobcenter und Dienstleister ÖPNV, aber auch andere Partner müssen am Brückenbau in Sachen Arbeit und Beschäftigung enger zusammen arbeiten. Auch die Bürgermeister und Vereine, Verbände in den Orten sind mehr zu fordern und zu unterstützen, Langzeitarbeitslose in ihren Bereichen zu integrieren, es sollte ein geförderter Arbeitsmarkt ermöglicht werden gerade auch für ältere und gesundheitlich beeinträchtigte Menschen. Wir erinnern uns, bis 67 sollen und müssen ja nun viele Leute arbeiten.
Die Sorge um Altersarmut bewegt auch viele Menschen, gerade auch hier in strukturschwachen Regionen. Hier muss man jetzt beginnend gegensteuern.
ESF- geförderte Maßnahmen, andere Maßnahmen haben ihre Zukunftsberechtigung, wenn sie den Menschen individuell angepasst mehr helfen und "dienen" können und alle Partner in Sachen Job und Beschäftigung zusammen führen können.

Dorfbewohner

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...der Landkreis sind wir alle. Arbeitsplätze werden in erster Linie nicht nur in M-V durch Handwerk, Gewerbe, Industrie, Tourismus, Dienstleistungen, Landwirtschaft...geschaffen. Diese Arbeitsplätze müssen angemessen bezahlt werden, damit der Weg für die "Auspendler" nach (Bsp.) Hamburg nicht mehr attraktiv ist. Im Wettbewerb der Kommunen und Landkreise im Bereich der Metropolregion Hamburg eine anspruchsvolle Aufgabe für Politik und Wirtschaft. Wir wissen aber auch, dass zu den Standortfaktoren neben den "harten" auch die s.g. "weichen" gehören. Beispiel Theater: Das (öffentliche) Theater im Kreistag um den (UM-)Bau des Parchimer Theaters sollte alsbald fruchtbar enden, sonst wirkt das politische Gehabe möglicherweise abstoßend auf den Standort... Auf Landesebene sollte ein zügiges Umdenken erfolgen, damit wieder (mehr) Geld für freiwillige kommunale Aufgaben als Grundausstattung zur Verfügung steht, ebend für die "weichen" Standortfaktoren.

suedschwede

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Ohne ein funktionierendes System des öffentlichen Nahverkehrs gewinnt man kaum qualifizierte Arbeitskräfte. Wer studiert hat und in Ballungsräumen arbeitet ist es gewohnt, das die Arbeit auch mit Bus und Bahn erreichbar ist. Ich selbst bin Fernpendler (Berliner Speckgürtel). Ein Angebot im Gewerbegebiet Wittenburg habe ich nicht angenommen, da es dorthin pro Strecke ca. 1 Stunde 15min mit dem Auto sind. Die gleiche Zeit mit Öffentlichen und attraktiver Monatskarte wäre machbar, da man im Zug die Fahrzeit nutzen kann. Aber es existiert gar keine Verbindung nach Wittenburg, mit der man zu Arbeitsbeginn und -ende nach Hause pendeln könnte. So erreichen Unternehmen aus dem Landkreis nicht mal die Pendler von hier. Auch qualifizierte Arbeitsplätze in Rostock oder Schwerin sind nicht attraktiv, wenn es keine schnellen Verbindungen gibt, die pro Strecke deutlich unter anderthalb Stunden bleiben. Wenn ich ohnehin Auto fahren muß, dann kann ich auch anderthalb bis zwei Stunden nach Berlin oder Hamburg fahren. Da ist die Auswahl größer und das Gehalt besser.
Übrigens liegen in Wittenburg noch Schienen. Wenn da auch Züge fahren würden, die den Landkreis schnell von Ost nach West queren, könnte man da auch hin pendeln. Mit den Bussen der VLP kann das systembedingt nicht funktionieren. Unser Landkreis ist zu groß und die Wege zu lang, als das man hier nur mit Bussen halbwegs sinnvolle Angebote schafft. Die VLP muß dagegen die Verbindung von jeder Gemeinde zum nächsten Bahnhaltepunkt sicher stellen. Wenn man das Land nicht bewegt bekommt, seine Pflicht (Bahnverkehr) zu tun, muß der Landkreis alternativ selbst tätig werden. Da ist man in anderen Landgebieten Europas schon erfolgreich unterwegs und zapft für die Reaktivierung von Schienenwege europäische Fonds an.

Uwe Mergel

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Ich habe gerade mit 2030 telefoniert, mal voraus geschaut, was da sein könnte hier im jetzigen Landkreis.
Wir haben ein dichtes Netz von abgasarmen Verkehrsmitteln, bequeme Busse, Bahnen, jeder Ort ist leicht erreichbar den ganzen Tag über, die Leute wollen keine eigenen Kfz mehr. Viele Dienstleistungen sind mit den sauberen und bequemen ÖPNV verbunden, die Leute bekommen alter(N)sgerecht alles geboten, was sie brauchen, ggf. auch bis nach Hause geliefert. Menschen kommen entspannt zur und von der Arbeit, können zu jeder Zeit überall hin kommen.
Generationsübergreifend arbeiten junge und ältere Menschen zufrieden zusammen in familien- kinderfreundlichen Firmen, der Arbeitstag ist nicht mehr so lang, man hat wirklich Zeit auch mehr zum Mensch sein und für Familie. Die Menschen leben ohne soziale Ängste, ohne Sorgen vor Altersarmut, für alle gibt es eine gute Existenzsicherheit in diesem Leben.
Da die Menschen weniger Arbeitszeit haben, haben sie auch mehr Zeit für Dinge des Gemeinwohls, ich sehe lebendige moderne Orte, alle Bauwerke sind barrierefrei und alter(N)sgerecht. Blühende Landschaft und zufrieden glückliche Menschen winken mir zu, geben mir Hoffnung, die leben auch ohne Hass, Neid und Gier gut zusammen. Man hilft sich, ist freundlich und gegenseitig wertschätzend zueinander. Die Mottos "Geld regiert die Welt" und "Teile und Herrsche" sind fast vollständig verschwunden.
« Letzte Änderung: 31. Juli 2017, 06:52:00 von Uwe Mergel »

Amt PU

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In vielen Branchen kann ein Umdenken und eine strukturelle Veränderung nur erfolgen, wenn allgemeinbildende Schulen, Berufsschulen und Betriebe enger zusammenarbeiten. Die in M-V vorzufindenden Berufsbilder müssen öffentlich breiter vorgestellt werden. Die zukünftigen Arbeitskräfte können sich durch Praktika, Betriebsbesichtigungen und Jobmessen in Betriebsabläufe Einblicke verschaffen und sich besser vorstellen, ob sie diesen Beruf auch langfristig ausüben wollen und können. Wichtig sind für junge Arbeitskräfte auch Entwicklungsmöglichkeiten, für Arbeitskräfte mit Familien Flexibilität und für ältere Arbeitskräfte die Möglichkeit in dem Berufsfeld eine an die Kraft und Ausdauer angepasste Tätigkeit zu finden.

Annett Scheurich

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Gemeinden sollten mehr dazu angehalten werden, Firmen an ihrem Standort zu halten. In unserem Fall mussten wir mit unserer Firma "Boxhaus" nach Demen ausweichen, da man seitens der Bürgermeisterin von Zölkow keine Mühe daran setzte geeignete Gewerberäume zu finden und dem Amt Parchimer Umland sind somit in den letzten 5 Jahren mehr als 200000 € Gewerbesteuern entgangen.
Weiterhin sollten Gemeinden mit Windrädern mehr Unterstützung bei der Gestaltung von Verträgen mit den Großkonzernen erhalten, denn es gibt Gemeinden welche wesentlich mehr Einnahmen generieren. Es kann nicht sein, dass eine Gemeinde wie Zölkow nach 20 Jahren mit ca.70 WKA zahlungsunfähig ist. Selbst bei neuen Verträgen werden nur lächerliche 15.000 € Steuern für 6 WKA veranschlagt, das hätten sie mit meiner Firma auch erhalten können.

Annett Scheurich

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Hier ein paar Anregungen für Gemeinden mit WKA, um mehr Einnahmen zu generieren:

http://www.kommunal-erneuerbar.de/de/kommunalratgeber/kommunalratgeber/organisationsformen.html

Annett Scheurich

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Auch vom Land gibt es Anregungen und es macht nicht den Eindruck, als wenn diese genutzt werden.

Kommunalberatungsstelle zur Energiewende  beim Städte- Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern e.V.  Kommunaler Spitzenverband aller Städte und Gemeinden

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